Mörschwil braucht keinen neuen Berg
In Aachen ist ein 25 Meter hoher Deponie-Hügel geplant. Während über 10 Jahren sollen 1.1 Mio. Kubikmeter Aushubmaterial und Bauschutt zu einem Berg aufgetürmt werden. Der Deponiebetrieb und die Anlieferverkehr werden die Lebensqualität der Anwohnenden massiv beeinträchtigen. Durchschnittlich wird zu Betriebszeiten alle 6 Minuten ein LKW durchfahren und entsprechend Lärm und Feinstaub verursachen und auch verschmutze Strassen zurücklassen. Durch die LKW-Zufahrt entstehen zudem Gefahren für die Schulwege und Fussgänger:innen.
Petition eingereicht
Am 5. Januar 26 haben wir die Petition mit 259 Unterschriften an den Gemeinderat Mörschwil eingereicht und gleichzeitig als Beitrag zur Mitwirkung an den Kanton SG gesandt. Der Gemeinderat wird sich an der ersten Sitzung im Jahr mit dem anliegen befassen. Wir sind gespannt auf die Antwort.
Antwort der Betreiberfirma
Die Firma Resdag, die das Projekt verantwortet, hat auf ihrer Webseite bereits auf unsere Petition reagiert. In diesem PDF kommentieren wir die Antworten der Resdag.
Replik auf die Antworten der Firma Resdag
Obwohl die Petition eingereicht ist, kann man sie weiterhin unterschreiben.
Seit Jahrzehnten waren in Mörschwil immer Schuttablagerungen und Deponien in Betrieb. Seit der Schliessung der Deponie Unterbüel im Sommer 2025 herrscht für einmal Ruhe. – Es wäre schön, wenn das für einige Jahre so bleiben könnte. Aber bereits sind neben Aachen auch in Riederen und im Wisental weitere Deponien in Planung.
Keine weiteren Deponien für die nächsten 10 Jahre
Mörschwil soll nicht weiter der Abfallkübel der Region bleiben. Der Deponie-Berg in Aachen wird eine massive Beeinträchtigung des Landschaftsbilds bewirken, dass auch den Bahndamm überragt und vom Dorf aus gut sichtbar sein wird. Auch wenn der Hügel begrünt und mit Bäumen bepflanzt wird, wird er ein Störfaktor in der Naherholungszone bleiben und Spaziergängerinnen, Bikern, Joggerinnen und Reitern die Freude an der Natur nehmen.
Zudem werden die bestehenden Landwirtschaftsflächen entwertet. Ein grosser Teil wird zu steil sein, um als Fruchtfolgeflächen genutzt zu werden, ein anderer Teil mit um die 15% Steilheit ist als Fruchtfolgefläche wenig attraktiv und wird nur praktisch noch als Wiesland genutzt werden.
Unterstützen Sie die Petition an den Gemeinderat
Unterzeichnen Sie die Petition online oder auf dem PDF. Damit stäken Sie dem Gemeinderat den Rücken, um sich gegen die Deponie zu wehren. – Vielen Dank!
PETITION UNTERZEICHNEN
Andere Lösungen sind möglich
- Nach heutigem Stand der Technik können bis zu 90% des Bauschutts recycelt werden. Auch können Teile des Aushubmaterials als Primärbaustoffe aufbereitet werden und einiges für Geländeanpassungen vor Ort verwendet werden. Das anfallende Deponiematerial wird dadurch massiv reduziert und beansprucht bis zu 2/3 weniger Deponievolumen.
- Hier sind die Bauwirtschaft und die Bewilligungsbehörden gefordert. Wenn die Aufbereitung vor Ort organisiert werden kann, fallen auch noch viele Transportwege weg.
- Wird das konsequent angewendet braucht es keinen Deponie-Berg in Aachen.
Altlasten bei bisherigen Deponien
- Noch gibt es auf dem Gebiet von Mörschwil alte Deponien, sogenannte «Altlasten», die dringend untersucht und gegebenenfalls saniert werden müssen. Offenbar ist das Amt für Umwelt seit Jahren im Verzug mit der Untersuchung der alten Ablagerungen beim Horchental, Magelburg und Bitzi.
- Wie können neue Deponien bewilligt werden, wenn die Altlasten nicht bewältigt werden können?
Petition an den Gemeinderat Mörschwil
ZUR UNTERZEICHNUNG
An den Gemeinderat Mörschwil
Schulstrasse 5
9402 Mörschwil
Sehr geehrte Gemeindepräsidentin,
liebe Mitglieder des Gemeinderats
Mit Besorgnis nehmen wir die Planung der Deponie Aachen zur Kenntnis. Das wahre Ausmass dieses Projekts übersteigt unsere früheren Vorstellungen und bringt uns dazu, dass wir das Projekt in dieser Form ablehnen. Wir bitten den Gemeinderat, sich mit aller Kraft im Rahmen der laufenden Mitwirkung und darüber hinaus gegen das Projekt einzusetzen oder zumindest zu erreichen, dass das Deponievolumen massiv reduziert wird.
Folgende Fakten sprechen gegen das Projekt:
- Mörschwil hat während vielen Jahrzehnten immer zur Lösung des Deponiebedarfs beigetragen. – Nun ist es an der Zeit, dass auch andere Gemeinden ihren Beitrag leisten.
- Der vorgesehene Hügel von 25 Metern ist ein unverhältnismässig grosser Eingriff in die Landschaftsgestaltung. Der Hügel wirkt als Fremdkörper aus verschiedenen Perspektiven und überragt sogar die Bahnlinie.
- Die Neigung des Hügels von 15% und teilweise über 18% beinträchtig die Nutzung als Fruchtfolgeflächen und verunmöglicht diese teilweise komplett.
- Die Lärmbelastung des Weilers Horchental ist während der Betriebszeit stark erhöht, da durchschnittlich alle 6 Minuten ein LKW durchfährt und auch der Weiler Aachen wird von Bagger- und Schredderlärm gestört.
- Die Verkehrsführung bei der Unterführung Horchental für Zufussgehende und Velos muss überarbeitet werden, um einen sicheren, von LKW getrennten Übergang für Zufussgehende Richtung Gärtli zu gewährleisten.
- Mit modernen Recycling-Methoden, nachhaltigem Bauen und der lokalen Verwendung von Material kann das benötigte Deponievolumen massiv reduziert werden.
Diese Forderungen richten wir an die Bewilligungsbehörden des Kantons:
- Deponie Moratorium: Für die nächsten 10 Jahre sollen keine neuen Deponien in Mörschwil bewilligt werden.
- Es soll nie mehr als eine Deponie gleichzeitig in Mörschwil betrieben werden.
- Bevor die Altlasten in den alten Deponien in Mörschwil nicht untersucht sind, sollen keine neuen Deponien bewilligt werden.
- Die Höhe des Deponiehügels darf die Sichtlinie über die Bahnlinie nicht übersteigen. 8 bis 10 Meter sollte das Maximum sein.
- Die Höhe des Deponiehügels soll auch für die besseren Nutzung des rekultivierten Geländes als Fruchtfolgeflächen verringert werden. Die Steigung darf 10% nicht überschreiten.
- Durch die Verkleinerung des Deponievolumens soll die Betriebsdauer auf 5 Jahre verkürzt werden.
- Die Belastung des Weilers Horchental mit Lärm muss unter Einbezug des Bahnverkehrs untersucht werden und es sollen Lärmschutzmassnahmen vorgesehen werden um Lärmplanwerte für Wohnzonen (55 dB) einzuhalten.
- Ein sicherer Fussgängerübergang mit Insel vor der Unterführung Horchental muss gewährleistet werden, speziell weil es sich auch um einen Schulweg handelt.
Wir danken Ihnen, wenn Sie unsere Anliegen bei den kantonalen Behörden vertreten.
Freundliche Grüsse