Mörschwil soll an Energiestadt festhalten
GRÜNE Mörschwil fordern den Gemeinderat auf, am Energiestadt-Label festzuhalten
Der geplante Austritt aus dem Energiestadt-Programm setzt aus Sicht der GRÜNEN Mörschwil ein falsches Zeichen. Sie fordern den Gemeinderat auf, seinen Entscheid zu überdenken und die bewährten Instrumente für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik beizubehalten.
Mörschwil will per Ende 2027 aus dem Trägerverein Energiestadt austreten. Die GRÜNEN Mörschwil bedauern diesen Entscheid und haben den Gemeinderat in einem Schreiben aufgefordert, ihn nochmals zu überprüfen.
Angesichts der Klimakrise ist es wichtig, dass Gemeinden ihre Verantwortung wahrnehmen und die Anstrengungen für einen sparsamen Energieverbrauch, erneuerbare Energien und den Klimaschutz konsequent weiterführen. Ein Austritt aus dem Energiestadt-Programm vermittelt ein anderes Signal – auch dann, wenn die bisherigen energiepolitischen Ziele grundsätzlich bestehen bleiben sollen.
Mehr als ein Label
Das Energiestadt-Label ist nicht bloss eine Auszeichnung. Es unterstützt Gemeinden dabei, ihre Energie- und Klimapolitik systematisch zu planen, umzusetzen und regelmässig zu überprüfen. Dazu gehören konkrete Ziele und Massnahmen, die Verbesserung der Energieeffizienz öffentlicher Gebäude, die Förderung erneuerbarer Energien und einer umweltverträglichen Mobilität sowie die Koordination der verschiedenen Aufgaben innerhalb der Gemeinde.
Die regelmässigen Überprüfungen helfen, Fortschritte sichtbar zu machen, Schwachstellen zu erkennen und weitere Verbesserungen anzustossen. Zudem profitieren die Gemeinden von Fachwissen, Beratungsangeboten und dem Erfahrungsaustausch mit anderen Städten und Gemeinden.
Mörschwil hat mit dem Energiestadt-Programm bereits eine Grundlage geschaffen. Bei der Rezertifizierung 2023 erreichte die Gemeinde 64,6 Prozent der möglichen Punkte. Darauf sollte aufgebaut werden, statt die Zusammenarbeit im Rahmen des Programms aufzugeben.
Kosten müssen im richtigen Verhältnis beurteilt werden
Die GRÜNEN Mörschwil verstehen, dass der Gemeinderat den finanziellen und personellen Aufwand der Zertifizierung hinterfragt. Eine sorgfältige Verwendung der Steuergelder ist wichtig. Entscheidend ist jedoch, nicht nur die Kosten des Labels zu betrachten, sondern auch dessen Nutzen.
Denn die Aufgaben bleiben bestehen, selbst wenn die Gemeinde aus dem Programm austritt: Energieziele müssen weiterverfolgt, Massnahmen geplant und umgesetzt sowie Fortschritte kontrolliert werden. Werden dafür eigene Strukturen aufgebaut oder externe Fachleistungen separat eingekauft, kann dies wesentlich teurer werden als die Nutzung bestehender Instrumente und gemeinsamer Fachkompetenz.
Nachhaltigkeit braucht Kontinuität
Die GRÜNEN Mörschwil sind überzeugt, dass eine aktive Energie- und Klimapolitik langfristiges Engagement erfordert. Das Energiestadt-Programm bietet dafür einen bewährten Rahmen und unterstützt die Gemeinde dabei, ihre Verantwortung über einzelne Legislaturperioden hinaus wahrzunehmen.
Die GRÜNEN Mörschwil fordern deshalb den Gemeinderat auf, auf den geplanten Austritt per Ende 2027 zurückzukommen und Kosten sowie Nutzen nochmals umfassend zu beurteilen. Ziel muss sein, die bisherigen Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit im Energiebereich fortzuführen und die vorhandenen Möglichkeiten für weitere Fortschritte zu nutzen.