Die feierliche Wiedereröffnung des Parkhauses Central mit mehrtägigen Festivitäten wirkt wie ein Anachronismus in Zeiten, in denen nachhaltige und effiziente Verkehrslösungen dringend erforderlich sind. Das Angebot an Parkplätzen wurde von ehemals 210 auf neu 614 fast verdreifacht. «Mit der Eröffnung der Parkgarage Central sollte das jahrelange Wehklagen von Wirtschafts- und Gewerbeverbänden sowie bürgerlichen Parteien über das innerstädtische ‘Lädelisterben’ aufgrund eines angeblich unzureichenden Parkplatzangebots nun ein Ende haben», sagt Christian Huber, Fraktionspräsident der Grünen/Jungen Grünen. Nun sei es an der Zeit, dieselbe Energie in nachhaltige Mobilitätsformen zu investieren: bezahlbare ÖV-Tarife, sichere und durchgehende Velowege sowie attraktive Fusswege. «Auch Menschen, die mit dem Velo, Bus oder zu Fuss in die Innenstadt kommen, tragen zur lokalen Wertschöpfung bei – sei es durch Einkäufe, Konsum in Cafés, die Nutzung von Dienstleistungen oder den Besuch kultureller Veranstaltungen», so Huber.

Parkplatzüberangebot in der Innenstadt

Die neue Parkgarage reiht sich in eine Vielzahl von Parkhäusern ein, die in den letzten Jahren in unmittelbarer Nähe der Innenstadt saniert, erweitert oder neu gebaut wurden – und selten bis nie voll ausgelastet sind. Dazu gehören unter anderem die Parkhäuser Brühltor, Burggraben, Einstein, Rathaus, Spisertor, Manor, Bahnhof und Neumarkt, ergänzt Michael Breu, Präsident der GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen. «Trotz dieses grossen Angebots hält das städtische Mobilitätskonzept 2040 eigentlich fest, dass der motorisierte Individualverkehr plafoniert und stattdessen ÖV- und Veloverkehr gefördert werden sollen.»

Mehr Freiräume für eine lebenswerte Stadt

Immerhin: Mit der Eröffnung des neuen Parkhauses werden endlich öffentliche Flächen frei, die bisher als Parkplätze genutzt wurden – eine Chance für alternative Nutzungen. «Ein gutes Beispiel ist der Blumenbergplatz vor der Grabenhalle, für den mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren bereits ein Konzept zur Umgestaltung in einen attraktiven öffentlichen Raum mit kulturellem Angebot erarbeitet wurde», sagt Huber. Solche Projekte tragen zu einer lebendigen und nachhaltigen Stadt bei, in der der öffentliche Raum allen zugutekommt.

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