Attraktivität zeigt sich in den Entwicklungen der letzten Jahre
Der Abschluss bestätigt, dass St.Gallen als Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort überzeugt. Der gestiegene Fiskalertrag ist kein Zufall: Kontinuierliche Investitionen in Tagesbetreuung, Schulhäuser, Energiewende, Begrünungsmassnahmen und nachhaltige Mobilität halten die Stadt attraktiv. Dass insbesondere die Steuern der juristischen Personen gestiegen sind, beweist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt. Das negative Bild, das die bürgerliche Ratsseite häufig von der Stadt zeichnet, wird diesen Entwicklungen nicht gerecht.

Keine Steuergeschenke auf unsicherer Grundlage
Vorschnelle Schlüsse aus dem operativen Plus sind gefährlich. Das eigentliche Betriebsergebnis ist negativ. Das positive Gesamtergebnis fusst auf volatilen Finanzerträgen und Grundstückgewinnsteuern. Solche Schwankungen eignen sich nicht für Steuersenkungen, die ohnehin einseitig hohe Einkommen entlasten würden. Die Grünen begrüssen stattdessen die getätigten Rückstellungen in der Höhe von 11 Mio. Franken, um künftige Schwankungen abzufedern. 

Nachhaltige Stadtentwicklung durch Infrastruktur und qualifiziertes Personal
St.Gallen steht vor grossen Aufgaben: Klimaneutralität bis 2050 erfordert Investitionen in Fernwärme, Gebäudesanierungen, Energieeffizienz, Mobilität und Klimaanpassung. Gleichzeitig steigen die Kosten in Pflege, Bildung und im Sozialbereich, nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung sowie zusätzlicher Aufgaben von Kanton und Bund. Um diese Leistungen sicherzustellen, ist die Stadt auf qualifiziertes Personal angewiesen. Gute Arbeitsbedingungen und ausreichende Ressourcen sind essenziell, damit die Stadt als Arbeitgeberin konkurrenzfähig bleibt und ihren Auftrag zuverlässig erfüllen kann. 

Service public stärken und Zentrumslasten fair verteilen
Sorgen bereitet den Grünen, dass die Investitionen erneut unter Budget liegen. Solche Verzögerungen schwächen die Standortqualität und verursachen langfristig Mehrkosten. Mit den angekündigten Sparmassnahmen drohen zudem Leistungseinschränkungen im Service public. Diese treffen die Bevölkerung direkt und können in verschiedenen Bereichen zu spürbaren Folgen führen. Das angekündigte Sparpaket «Alliance» beurteilen die Grünen daher kritisch, da ein einseitiger Fokus auf Sparmassnahmen die erwähnten notwendigen Entwicklungen verzögern kann. Stattdessen muss die regionale Verantwortung gestärkt werden. Umliegende Gemeinden profitieren von der städtischen Infrastruktur bei tieferer Steuerbelastung. Die Grünen unterstützen den Stadtrat darin, diese ungedeckten Zentrumslasten künftig fairer zu verteilen.

Für die Grünen ist klar: St.Gallen bleibt attraktiv, wenn Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Bildung durch verlässliche Einnahmen gesichert sind und die Stadt über qualifiziertes Personal mit attraktiven Arbeitsbedingungen verfügt, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

 

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