Die GRÜNEN Stadt St.Gallen haben zum Sondernutzungsplan «Zentrum Riethüsli» sowie zum Strassenprojekt und zur Fusswegverbindung Stellung genommen. Das Projekt basiert auf einem Wettbewerb aus dem Jahr 2023, aus dem das Projekt «vier jahreszeiten» der Halter AG als Sieger hervorging. Darauf aufbauend wurde der Sondernutzungsplan erarbeitet. Die GRÜNEN unterstützen, dass hier auf Verdichtung gesetzt wird. «Innenentwicklung ist richtig und wichtig. So können wir die Zersiedelung bremsen», sagt Michael Breu, Co-Präsident der GRÜNEN Stadt St.Gallen. Gleichzeitig sei aber klar: «Verdichtung darf nicht auf Kosten von Grünflächen und Lebensqualität gehen.»

Mehr Velo, weniger Auto

Positiv bewerten die GRÜNEN den begrünten Innenhof, die neuen Freiräume und die teilweise Entsiegelung. Auch die Reduktion der Autoparkplätze und die vielen Veloparkplätze werden begrüsst. «Das Mobilitätskonzept geht in die richtige Richtung», so Breu.

Kritisch sehen die GRÜNEN jedoch die hohe bauliche Dichte. Diese könne sich negativ auf Biodiversität und Bodenversickerung auswirken. Zudem fehlen aus ihrer Sicht klare Vorgaben beim Klimaschutz. «Wir vermissen verbindliche Regeln – etwa für erneuerbare Energie, Biodiversität oder nachhaltiges Bauen», sagt Breu.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Strassenraum. Die GRÜNEN sind der Meinung, dass Verbesserungen an der Teufener Strasse bereits heute möglich wären – auch ohne den Bau des Liebeggtunnels. Dazu gehören weniger Fahrspuren, mehr Bäume, bessere Veloinfrastruktur und sichere Querungen für Fussgängerinnen und Fussgänger, insbesondere für Kinder.

Die geplante gemeinsame Führung von Fuss- und Veloverkehr lehnen die GRÜNEN ab. «Mischflächen führen gerade innerorts oft zu Konflikten. Klare Radstreifen sind sicherer und sinnvoller», betont Breu.

Platz für das Quartierleben

Der Riethüsliplatz wird als wichtiger Treffpunkt im Quartier gesehen. Die Überbauung könne diese Funktion stärken. «Ein Quartierplatz ist ein Ort zum Verweilen und Begegnen – nicht einfach eine Verkehrsdrehscheibe», sagt Breu. Auch die Bahnhaltestelle sollte aufgewertet werden. Eine offenere Gestaltung könne das Quartier zusätzlich beleben.

Positiv ist aus Sicht der GRÜNEN auch die Mischung der Wohnungsgrössen. Allerdings fehlen klare Aussagen zu bezahlbarem Wohnraum. «Gerade in St.Gallen ist das ein grosses Thema. Es braucht verbindliche Lösungen für günstige Wohnungen», sagt Breu.

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