Ein Meilenstein für Stadtklima und Lebensqualität

Das neue Mobilitätskonzept 2050 setzt auf mehr Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr, eine höhere Lebensqualität in den Quartieren sowie auf die Begrenzung des Autoverkehrs. Damit greift es zentrale Forderungen der GRÜNEN auf und schafft wichtige Voraussetzungen für eine klimafreundliche, lebenswerte und zukunftsfähige Stadt. Besonders positiv bewerten die GRÜNEN die Ausrichtung auf die «Stadt der kurzen Wege», indem Wohnen, Arbeiten und Versorgung besser miteinander verknüpft werden und Verkehr bereits an der Quelle reduziert wird.

Auch die Aufwertung des öffentlichen Raums durch mehr Grünflächen, sichere Fusswege sowie den Ausbau durchgehender Veloverbindungen und der Velovorzugsroute Ost–West findet Unterstützung. Die Stossrichtung der «Quartierstrassen der Zukunft» mit Tempo 30, Begegnungszonen, Flächenentsiegelung und mehr Begrünung mindert den städtischen Hitzeeffekt, reduziert den Lärm und steigert die Aufenthaltsqualität für Anwohnende wie auch das lokale Gewerbe. «Das Mobilitätskonzept zeigt in die richtige Richtung. St.Gallen soll eine Stadt sein, in der sich Menschen sicher, gesund und klimafreundlich bewegen können – unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel», sagt Michael Breu, Co-Präsident der GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen.

Ambitionierte Ziele konsequent umsetzen

Trotz der positiven Grundausrichtung weist die Strategie noch zu viele unverbindliche Absichten auf. Viele der vorgeschlagenen Massnahmen entfalten nur Wirkung, wenn ihnen bei künftigen Projekten, Investitionen und Parlamentsvorlagen konsequent Priorität eingeräumt wird. «Gute Absichten allein reichen nicht. Jetzt braucht es auch den politischen Willen und entsprechende rechtsverbindliche Rahmenbedingungen, um beispielsweise autoarmes und autofreies Wohnen zu fördern oder die Tarife für den öV sowie für die Parkplätze so auszugestalten, dass sie eine echte Lenkungswirkung entfalten», so Breu weiter. Ein attraktiver öV bedeutet vor allem günstige Ticketpreise und ein attraktives Busnetz.

Fraktionspräsident Christian Huber erwähnt zudem die weitere Entwicklung ohne die dritte Röhre und den Autobahnanschluss Güterbahnhof: «Nach dem Volksnein zur Autobahnerweiterung Ende 2024 begrüssen wir es sehr, dass die Strategie folgerichtig ohne die 3. Röhre Rosenberg und den Autobahnanschluss Güterbahnhof plant. Nun müssen wir aber sicherstellen, dass die im Konzept erwähnten Dosierungen an den Autobahnanschlüssen den nachhaltigen Verkehr bevorzugen. Hier nehmen wir das kantonale Tiefbauamt und Regierungsrätin Susanne Hartmann in die Pflicht: Auf den Kantonsstrassen in der Stadt müssen endlich durchgehende Veloverbindungen und sichere Radstreifen geschaffen werden. Das Blockieren von Tempo 30 und kürzliche Strassenneugestaltungen ohne Velostreifen verhindern eine nachhaltige Mobilität.»

Blosse Stabilisierung des Autoverkehrs greift zu kurz

Einen weiteren Kritikpunkt orten die GRÜNEN im Ziel, den Autoverkehr lediglich auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren. Dies ist klimapolitisch mutlos und widerspricht der städtischen Netto-Null-Klimastrategie, da die Dekarbonisierung der Autos aufgrund der wenig ambitionierten nationalen Strategie hier nicht schnell genug voranschreitet. Um die Klimaziele tatsächlich zu erreichen, führt kein Weg an einer absoluten Reduktion der gefahrenen Autokilometer vorbei. «Ein Blick auf andere Schweizer Städte zeigt, dass unser Veloverkehr weiterhin auf sehr tiefem Niveau nur langsam ansteigt, während das Auto überproportional dominiert», gibt Co-Präsidentin Rebekka Schmid zu bedenken. «Die Stadt St.Gallen sollte den Mut aufbringen, eine messbare und kontinuierliche Verkehrsverlagerung anzustreben.»

Insgesamt beurteilen die GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen das Mobilitätskonzept 2050 als eine gute Grundlage für die zukünftige Verkehrsentwicklung. Sie werden sich im weiteren politischen Prozess dafür einsetzen, dass aus dieser guten Vision ein verbindlicher und mutiger Fahrplan für ein gesundes und klimafreundliches St.Gallen wird. Hier sehen wir neben dem Stadtrat auch das Parlament in der Pflicht, den nötigen Mobilitätswandel endlich konsequenter als bisher anzugehen.»

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