50 Prozent Grünfläche statt breitere Strassen
Die GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen verlangen bei der Ortsplanungsrevision eine Grünflächenziffer von 50 Prozent in allen Bauzonen. Zusätzlich soll der ökologische Ausgleich gestärkt werden. Die Aufklassierung von 19 Strassen lehnt die Partei ab. Mehr bauliche Verdichtung muss mit verbindlichen Vorgaben für Grünräume, kühlende Bäume und unversiegelte Böden einhergehen.
Wo dichter gebaut wird, steigt der Druck auf die verbleibenden Freiräume. Für die GRÜNEN muss die Ortsplanungsrevision deshalb sicherstellen, dass die Natur in den Quartieren genügend Platz behält. Die Partei begrüsst die neuen Instrumente für Stadtklima, ökologischen Ausgleich und Baumschutz. Die vorgesehenen Anforderungen reichen aus ihrer Sicht jedoch nicht aus. «Wer die Stadt verdichtet, muss gleichzeitig Platz für Natur schaffen. Grünräume dürfen nicht zur Restfläche werden», sagt Michael Breu, Co-Präsident der GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen. Wegen der Klimaerwärmung ist die Stadt immer häufiger von Extremereignissen wie Hitze, Trockenheit sowie Starkregen betroffen. Um dagegen gewappnet zu sein, braucht es unbedingt viele Grünflächen und versickerungsfähige Böden.
Grünziffer erhöhen
Eine zentrale Forderung ist eine Grünflächenziffer von 50 Prozent. Damit soll die Hälfte der anrechenbaren Grundstücksfläche als Grünfläche gesichert werden. Diese Vorgabe soll in allen Bauzonen gelten – auch in der dicht bebauten Talsohle, wo Grünräume besonders unter Druck stehen. Die GRÜNEN wollen damit versickerungsfähige Böden erhalten, die Regenwasser aufnehmen und Raum für Bäume schaffen. Unterbaute Grünflächen sollen nur zur Hälfte angerechnet werden. «Eine begrünte Tiefgarage ersetzt keinen gewachsenen Boden. Für grosse Bäume, die Schatten spenden und die Stadt kühlen, braucht es ausreichend Wurzelraum», betont Breu.
Stärkerer ökologischer Ausgleich
Ergänzend fordern die GRÜNEN einen stärkeren ökologischen Ausgleich. Während die Grünflächenziffer den Flächenanteil sichert, berücksichtigt der ökologische Ausgleich die Qualität von Lebensräumen und Begrünungsmassnahmen. Das dafür vorgesehene Flächenäquivalent soll von 25 auf mindestens 45 Prozent steigen. Dieser gewichtete Rechenwert entspricht nicht dem tatsächlichen Grünflächenanteil: Gemäss den im Basisdokument ausgewerteten Beispielen ergeben 25 Prozent Ausgleich lediglich rund elf Prozent ökologisch wertvolle, bodengebundene Fläche.
Die Stadt soll nachvollziehbar belegen, wie viel wertvolle Natur ihre Vorgaben tatsächlich schaffen. Der ökologische Ausgleich soll auch für Strassen und Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen gelten. Ersatzflächen sollen möglichst im selben Quartier liegen.
Keine Abklassierung von Gemeindestrassen
Beim Gemeindestrassenplan verlangen die GRÜNEN den Verzicht auf die Aufklassierung von 19 Strassen beziehungsweise Strassenabschnitten von der dritten in die zweite Klasse. Diese dienen überwiegend den Anwohnenden und erfüllen ihren Zweck bereits heute. Höhere Ausbaustandards könnten Verbreiterungen, zusätzliche Versiegelung und Baumfällungen auslösen. Setzt die neue Klassierung solche Eingriffe voraus, ist darauf zu verzichten. «Die Stadt braucht mehr Schatten und lebendige Quartierstrassen. Eine neue Strassenklasse darf kein Vorwand für mehr Asphalt sein», sagt Breu. Wo keine zwingenden Gründe für die erste Klasse bestehen, fordert die Partei stattdessen Abklassierungen. Diese sollen den Umgang mit Lärm- und Sicherheitsproblemen erleichtern und bessere Voraussetzungen für Tempo 30 schaffen.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Rebekka Schmid
Co-Präsidentin GRÜNE Stadt und Region St.Gallen, Stadtparlamentarierin St.Gallen
Christian Huber
Fraktionspräsident GRÜNE Stadt und Region St.Gallen, Stadtparlamentarier St.Gallen