Salisstrasse/Erikastrasse: GRÜNE verlangen deutliche Verbesserungen
Der Sondernutzungsplan Salisstrasse/Erikastrasse ermöglicht eine dichte Wohnüberbauung an zentraler Lage. Die GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen begrüssen neuen Wohnraum, den Anschluss an die Fernwärme und die vorgesehenen Grünflächen. Bei Mobilität, Klimaschutz, Biodiversität und sozialer Nachhaltigkeit bleibt der Entwurf jedoch zu unverbindlich.
Die geplante Überbauung mit einem rund 43,5 Meter hohen Hochhaus wird das Quartier stark prägen. Entsprechend hoch müssen die Anforderungen sein. Zu viele entscheidende Fragen werden jedoch auf das spätere Baubewilligungsverfahren verschoben. «Verdichtung an zentraler Lage ist richtig. Ein Projekt dieser Grösse muss aber einen klaren ökologischen und sozialen Mehrwert für das Quartier schaffen», sagt Michael Breu, Co-Präsident der GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen.
Überdimensionierte Bedarf für Autoparkplätze
Besonders gross ist der Handlungsbedarf beim Verkehr. Bis zu 90 Autoabstellplätze sind für diesen gut erschlossenen Standort deutlich zu viel. Das Areal liegt in den ÖV-Güteklassen A und B. Das Zentrum Lachen befindet sich nur rund 200 Meter entfernt. Auch bestehende und geplante Velorouten sind rasch erreichbar. Trotzdem geht die Berechnung von einem hohen Grundbedarf von 1,56 Parkplätzen pro Wohnung beziehungsweise 0,47 Parkplätzen pro Zimmer aus.
Die GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen fordern deshalb höchstens 45 Autoabstellplätze. Die Parkplätze der Bewohner:innen sollen gegenüber dem errechneten Grundbedarf um 70 Prozent, die Besucher- und Gewerbeparkplätze um 50 Prozent reduziert werden. Auf eine Mindestparkplatzzahl ist zu verzichten. «90 Parkplätze setzen die falschen Anreize. Weniger Parkplätze bedeuten weniger Verkehr im Quartier, tiefere Baukosten und weniger graue Energie für die Tiefgarage», erklärt Michael Breu, Co-Präsident der GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen.
Ergänzend braucht es ein verbindliches Mobilitätskonzept mit Carsharing, gemeinsam nutzbaren Lastenvelos, ÖV-Anreizen und einer getrennten Vermietung von Wohnung und Parkplatz. Die GRÜNEN verlangen zudem rund 40 zusätzliche Veloabstellplätze. Diese müssen sicher, witterungsgeschützt und direkt erreichbar sein. Für E-Bikes, Lastenvelos, Anhänger und Spezialvelos sind genügend Flächen vorzusehen.
Die geplante gemeinsame Tiefgaragenzufahrt für Autos und Velos birgt Sicherheitsrisiken. Die GRÜNEN fordern deshalb eine separate Velozufahrt von der Erikastrasse sowie zusätzliche Abstellplätze bei den Hauseingängen. Auch die öffentliche Fussverbindung muss rechtlich gesichert, hindernisfrei und ohne unnötige Engstellen ausgestaltet werden.
Unklare Formulierungen bei Klimaschutz und Biodiversität
Beim Klimaschutz genügen Formulierungen wie «nachhaltige Bauweise» oder «soweit möglich» nicht. Notwendig sind ein verbindlicher Baustandard, eine Treibhausgasbilanz und ein Konzept für Kreislaufwirtschaft und Wiederverwendung. Alle geeigneten Dächer und Fassaden sollen für Solarstrom genutzt werden. Vor dem Abbruch bestehender Gebäudeteile ist zu prüfen, ob deren Erhalt oder Umbau möglich ist.
Nachbesserungen braucht es auch bei der Umgebung. Der ökologische Ausgleich auf gewachsenem Boden, der Schutz wertvoller Bäume und die Verwendung einheimischer Pflanzen müssen verbindlich geregelt werden. Statt grossflächiger Versiegelung braucht es wasserdurchlässige Beläge, Schattenbäume und eine konsequente Schwammstadtplanung.
Schliesslich fehlen Vorgaben für preisgünstigen, gemeinnützigen und altersgerechten Wohnraum. «Verdichtung ist nur nachhaltig, wenn sie klimaverträglich ist, bezahlbaren Wohnraum schafft und die Lebensqualität im Quartier verbessert», betont GRÜNEN-Co-Präsidentin Rebekka Schmid. Die GRÜNEN fordern den Stadtrat auf, den Sondernutzungsplan mit klaren, messbaren und überprüfbaren Vorgaben zu überarbeiten.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Rebekka Schmid
Co-Präsidentin GRÜNE Stadt und Region St.Gallen, Stadtparlamentarierin St.Gallen