Petition für direkte Nachtzüge eingereicht
Die Petition «Nachtzug durch Winterthur und St.Gallen erhalten!» wurde heute bei den Parlamentsdiensten eingereicht. Die GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen und die GRÜNEN Winterthur fordern, die beiden Städte dauerhaft an das europäische Nachtzugnetz anzuschliessen. Die SBB soll die Erfahrungen mit der baubedingten Umleitung in ihre künftige Streckenplanung aufnehmen.
Abends in St.Gallen oder Winterthur einsteigen und am nächsten Morgen in Wien, Budapest oder Zagreb ankommen: Was während der baubedingten Umleitung möglich war, soll dauerhaft Teil des Bahnangebots werden. Dafür haben die GRÜNEN über den Sommer Unterschriften gesammelt. Mit der schriftlichen Einreichung bei den Parlamentsdiensten bringen sie das Anliegen nun ins Bundesparlament. «Die Reaktionen auf die Petition haben gezeigt, dass direkte Nachtzüge ein Bedürfnis sind – auch ab Winterthur und St.Gallen. Wir erwarten, dass die SBB diese Signale aus der Bevölkerung ernst nimmt», sagt Michael Breu, Co-Präsident der GRÜNEN Stadt und Region St.Gallen. «Die vorübergehende Umleitung hat gezeigt, dass eine andere Streckenführung möglich ist. Diese Erfahrungen müssen nun in die künftige Planung einfliessen.»
Halt in Winterthur und St.Gallen
Vom 14. Juni bis 14. Oktober 2026 wurden internationale Fernverkehrs- und Nachtzüge wegen Bauarbeiten über Winterthur und St.Gallen geführt. Dadurch erhielten Reisende aus beiden Städten einen direkten Zugang zu europäischen Nachtzugverbindungen. Ohne diese Halte müssen viele zuerst nach Zürich oder Buchs fahren. Besonders für Familien, ältere Menschen sowie Reisende mit Gepäck, Velos oder Kinderwagen bedeutet das zusätzliche Hürden. «Winterthur braucht einen direkten Anschluss ans europäische Nachtzugnetz. Wer Menschen für die Bahn gewinnen will, muss ihnen ein attraktives und einfach zugängliches Angebot machen», sagt Florian Heer, Präsident der GRÜNEN Winterthur. Gerade bei Nachtzügen sei eine etwas längere Fahrzeit anders zu gewichten als im Tagesverkehr: Entscheidend seien der bequeme Einstieg und die Ankunft am nächsten Morgen.
Die Petition richtet ihre Forderungen an die SBB und das nationale Parlament. Sie verlangt, direkte Nachtzugverbindungen über Winterthur und St.Gallen nach Wien und zu weiteren Destinationen in Osteuropa langfristig zu sichern. Dazu sollen die nötigen betrieblichen und infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Streckenführung soll ein möglichst breites und attraktives Angebot für die Bevölkerung ermöglichen.
Petition kommt ins Parlament
Mit der Einreichung soll sich nun auch die Verkehrspolitik des Bundes mit dem Anliegen befassen. Für die parlamentarische Beratung sind die Kommissionen für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) von National- und Ständerat zuständig. «Direkte Nachtzüge machen es leichter, sich für die Bahn statt für das Flugzeug zu entscheiden. Davon sollen auch die Menschen in der Ostschweiz und der Bodenseeregion profitieren», sagt die St.Galler Nationalrätin Franziska Ryser. Die GRÜNEN fordern deshalb, Nachfrage, Auslastung und betriebliche Erfahrungen der viermonatigen Umleitung transparent auszuwerten und als Grundlage für ein dauerhaftes Angebot zu nutzen.
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